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EU AI Act · Compliance

EU AI Act: Was österreichische Unternehmen 2026 wissen müssen

Der Zeitplan des EU AI Act nach der Omnibus-Änderung 2026: was bereits gilt, was verschoben wurde und welche praktischen Schritte österreichische KMU jetzt setzen sollten.

AI Labs, Wien 6 Min. Lesezeit

Der EU AI Act ist das erste umfassende Gesetz zu künstlicher Intelligenz. Für die meisten österreichischen Unternehmen, die KI-Werkzeuge nutzen — statt selbst Hochrisiko-Systeme zu bauen — sind die Pflichten gut bewältigbar. Die Regeln haben sich seit dem Beschluss aber geändert: 2026 hat die EU mit dem „Digital Omnibus on AI“ (Verordnung (EU) 2026/1744) mehrere Fristen verschoben.

Hinweis: Dieser Artikel ist ein praktischer Überblick, keine Rechtsberatung. Prüfen Sie den aktuellen Text auf EUR-Lex oder holen Sie für Ihren Fall rechtlichen Rat ein.

Der Zeitplan im Überblick

  • 1. August 2024 — der AI Act tritt in Kraft.
  • 2. Februar 2025 — Verbote bestimmter KI-Praktiken gelten, ebenso die Pflicht zur KI-Kompetenz (Artikel 4).
  • 2. August 2025 — Regeln für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck (die großen Modelle hinter Tools wie ChatGPT) gelten für deren Anbieter.
  • 2. August 2026 — Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten, etwa der Hinweis, wenn Menschen mit einer KI interagieren oder KI-generierte Inhalte sehen. Für Systeme, die schon am Markt sind, gilt für die maschinenlesbare Kennzeichnung KI-generierter Inhalte eine Frist bis 2. Dezember 2026.
  • 2. Dezember 2027 — Pflichten für eigenständige Hochrisiko-Systeme (Anhang III, etwa KI in Recruiting, Bonitätsprüfung oder Bildung). Ursprünglich war das der 2. August 2026.
  • 2. August 2028 — Hochrisiko-KI in regulierten Produkten wie Maschinen oder Medizinprodukten (Anhang I). Ursprünglich 2. August 2027.

Was das für ein typisches KMU bedeutet

Die meisten Unternehmen nutzen KI zum Schreiben, Recherchieren, im Kundenservice, für Automatisierung oder Analysen. Das ist im Sinne des AI Act in der Regel kein Hochrisiko-Einsatz. In der Praxis zählen vor allem drei Themen:

1. KI-Kompetenz (Artikel 4)

Unternehmen, die KI einsetzen, müssen Maßnahmen setzen, um die KI-Kompetenz der Mitarbeitenden zu fördern, die damit arbeiten. Die Änderung 2026 hat diesen Artikel neu gefasst: Es geht jetzt um angemessene Maßnahmen, nicht um die Garantie eines bestimmten Wissensstands — und Kommission und Mitgliedstaaten sollen gerade kleinere Unternehmen unterstützen. Sinnvolle Schritte:

  • Eine interne Richtlinie, welche KI-Tools wofür genutzt werden dürfen
  • Eine kurze Schulung für alle, die KI in der Arbeit verwenden
  • Klare Regeln zu personenbezogenen Daten und Geschäftsgeheimnissen in KI-Tools

2. Transparenz

Wenn Kund:innen auf Ihrer Website mit einem KI-Assistenten chatten oder Sie KI-generierte Bilder oder Texte veröffentlichen, die mit echten verwechselt werden könnten, muss das erkennbar sein. Prüfen Sie, welche Ihrer Berührungspunkte betroffen sind.

3. Erkennen, wann es um Hochrisiko geht

Wenn Sie KI nutzen, um Bewerbungen vorzusortieren, Kreditwürdigkeit zu bewerten oder Entscheidungen in Bildung oder beim Zugang zu wesentlichen Leistungen zu treffen, ist das wahrscheinlich ein Hochrisiko-Einsatz. Die zusätzliche Zeit bis Dezember 2027 ist eine Chance, sich ordentlich vorzubereiten — kein Grund zu warten.

Wo Sie in Österreich Unterstützung bekommen

Die KI-Servicestelle der RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) informiert Unternehmen zum AI Act und hat Informationen zur KI-Kompetenz veröffentlicht. Auch die WKO bietet Informationen und Muster-KI-Richtlinien für KMU an.

Wie wir das in Projekten umsetzen

In jedem Projekt dokumentieren wir, welche Daten wohin gehen, lassen bei allem mit Kundenkontakt einen Menschen eingebunden und schulen die Personen, die das System nutzen — womit in der Praxis auch die Pflicht zur KI-Kompetenz abgedeckt wird.

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